Keine Videos? Kein Problem!
So verwandelst du deine Expertise in ein digitales Curriculum
„Ich bin doch kein YouTuber! Ich bin Paartherapeutin, Ernährungsberater oder Meditationslehrer. Meine Arbeit passiert im Moment. Ich habe gar keine Videos – und ehrlich gesagt auch keine Lust, welche zu drehen.“ Tja.
Ich verstehe dich. Deine Sorge ist, dass die Magie deiner Arbeit verloren geht, wenn du sie digitalisierst. Aber lass mich dir eine Frage stellen:
Wie oft erklärst du in deinen Sitzungen exakt dasselbe?
- Wie oft erklärst du Paaren den Unterschied zwischen „Ich-Botschaften“ und Vorwürfen?
- Wie oft erklärst du Klienten den Einfluss von Insulin auf den Heißhunger?
- Wie oft korrigierst du die Sitzhaltung vor der Meditation?
Genau diese Wiederholungen sind deine Goldadern. Sie kosten dich in der Sitzung wertvolle Zeit – Zeit, die für die echte Transformation fehlt. Hier ist dein Fahrplan, wie du auch ohne Technik-Studium dein erstes Curriculum erstellst, das zu 100 % deine Handschrift trägt.
Schritt 1: Die „Was-erzähle-ich-ständig?“-Liste
Du brauchst kein dickes Drehbuch. Du brauchst nur einen Zettel. Beobachte dich die nächste Woche mal selbst: Welche Grundlagen, Modelle oder Theorien erklärst du fast jedem neuen Klienten?
- Für die Paartherapie: Vielleicht sind es die „Vier apokalyptischen Reiter“ nach Gottman oder die Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation.
- Für die Ernährungsberatung: Die Basics des Stoffwechsels, das Lesen von Zutatenlisten oder das Prinzip der Energiedichte.
- Für die Meditation: Die Natur des „Monkey Mind“, die richtige Atmung oder was man tut, wenn das Bein einschläft.
Schreibe diese fünf bis zehn Punkte untereinander. Glückwunsch! Das ist dein Curriculum. Das ist der „Rote Faden“, der deine Klienten sicher durch den Prozess führt.
Schritt 2: Mach es zu deinem Impuls
Jetzt denkst du vielleicht: „Das können die doch auch auf YouTube bei jemand anderem schauen.“ Nein, können sie nicht. Denn sie haben dich gebucht. Sie vertrauen dir.
Wenn du deinen Klienten ein Video schickst, in dem du ihnen in deiner Art, mit deiner Stimme und deiner Empathie erklärst, warum „Ich-Botschaften“ so schwer sind, dann baut das Bindung auf, noch bevor sie den Praxisraum betreten.
Ein Impulsvideo muss nicht lang sein. Drei bis fünf Minuten reichen völlig. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Persönlichkeit. Ein einfaches Video, aufgenommen mit dem Smartphone am Schreibtisch, wirkt oft authentischer als eine Hochglanz-Produktion. Wichtig ist nur, dass der Ton gut ist.
Schritt 3: Die Produktion – einfacher als du denkst
Du brauchst kein Studio. Du hast alles in der Hosentasche.
- Nimm dein Smartphone.
- Setz dich an einen Ort, an dem du dich wohlfühlst (dein Praxis-Sessel, deine Küche, dein Meditationskissen).
- Sprich zu deinem Klienten. Stell dir vor, er oder sie sitzt dir gegenüber.
- Erkläre EINEN Punkt von deiner Liste. Nur einen. „Heute erkläre ich dir, warum wir Zucker oft mit Trost verwechseln.“
Kein Schnitt, kein Intro, keine Effekte. Einfach nur du und dein Wissen. Wenn du dich versprichst: Lach drüber und mach weiter. Das macht dich menschlich.
Schritt 4: Der „Flipped“-Effekt in deiner Praxis
Stell dir vor, wie sich deine Arbeit verändert:
- Das Paar kommt zur Sitzung und hat dein Video über Kommunikationsmuster schon gesehen. Ihr müsst nicht 20 Minuten Theorie besprechen, sondern könnt sofort in die Übung gehen: „Wie hat sich das angefühlt, als ihr das Video gesehen habt? Wo habt ihr euch wiedererkannt?“
- Der Ernährungsklient weiß schon, wie Proteine wirken. Ihr könnt die Stunde nutzen, um seinen Kühlschrankinhalt konkret zu analysieren.
- Der
Meditationsschüler kennt die Theorie der Sitzhaltung. Ihr könnt
die volle Stunde in die Stille gehen.
Fazit: Deine Art, nur skalierbar
Indem du diese Basics in kleine, persönliche Videos auslagerst, verlierst du nicht an Tiefe – du gewinnst sie zurück. Du befreist dich von der Rolle des „Erklärers“ und hast endlich wieder Zeit für das, warum du angetreten bist: echte Begegnung und Begleitung.
Fang mit einem Thema an. Welches erklärst du morgen wieder? Nimm es heute Abend auf.
Wenn du nun auch deine Klienten mehr ins Tun bringen willst, lass dich von mir dafür coachen!
Willkommen in unserer Transferwerkstatt.
Drei Wege, deinen Flipped Classroom zu bauen:
„old-school“: Buch
- Lesen, ein wenig verstanden. ✅
- Durchblättern, etwas suchend. 🤔
- Aber keine Antworten erhalten.❓
- Leider keine Community vorhanden. 🤨
- Auch keine Live-Meetings vorhanden. 🧐
- Weggelegt, vergessen, verstaubt. ☹️
„old-school“: Kurs
- Zuhören, schon mehr verstehen. ✅
- Durchblättern, noch mehr verstehen. ✅
- Erste Antworten gefunden. ✅
- Leider keine Community vorhanden. 🤨
- Auch keine Live-Meetings vorhanden. 🧐
- Weggeklickt, Zugang vergessen. 😑
Transferwerkstatt
- Zugehört, echt viel verstanden. ✅
- Die Aufgaben eingereicht. ✅
- In der Community angedockt. ✅
- An Live-Meetings teilgenommen. ✅
- Den eigenen Kurs strukturiert. ✅
- Die ersten Elemente fertig. 😸
