Warum die Bühne dein größter Feind ist
Ist „Hybrid“ vielleicht bloß dein Egotrip?
Seien wir mal brutal ehrlich: Warum liebst du große Seminare? Ist es wirklich der Lernerfolg deiner Teilnehmer? Oder ist es das Gefühl, vorne zu stehen, das Mikrofon in der Hand, alle Augen auf dich gerichtet, das zustimmende Nicken im Saal, der Applaus am Schluss?
Versteh mich nicht falsch, das ist menschlich. Aber wenn du dieses Setting nimmst, drei Kameras aufstellst und es als „Hybrid-Event“ ins Internet streamst, dann bedienst du nicht zwei Zielgruppen – die eine vor Ort und die anderen daheim. Du bedienst vor allem eines: Dein Ego.
Der Nürnberger Trichter 2.0 (jetzt in 4K)
Viele Coaches verkaufen „Hybrid“ als die Zukunft der Skalierung. In Wahrheit ist es oft nur die technisch aufgeblasene Version der ältesten didaktischen Sackgasse: Der Nürnberger Trichter. Du redest, die anderen sollen zuhören. Du genießt deine Performance als „Sage on the Stage“ – der Weise auf der Bühne. Der trägt aber herzlich wenig zur Transformation seiner zahlenden Klienten bei.
Denn was passiert wirklich?
- Die Online-Teilnehmer: sie sind Statisten. Sie schauen dir beim Dozieren zu wie bei einer Netflix-Serie. Interaktion? Fehlanzeige. Oder noch schlimmer: Du hast „Assistenten“, die den Chat betreuen, damit du dich nicht mit „störenden“ Fragen befassen musst.
- Die Präsenz-Teilnehmer: sie werden zum Publikum deiner Show.
- Der Lernerfolg: er bleibt auf der Strecke. Denn Kompetenz entsteht nicht durch Zuhören (und Bewundern), sondern durch Tun.
Wenn du dich dabei ertappst, wie du dich lieber reden hörst als deine Teilnehmer schwitzen zu sehen (beim Üben!), dann hast du deine Rolle als moderner Coach wahrscheinlich bisher missverstanden.
Runter vom Podest, rein in den Ring
Wirkungsvolle Didaktik tut weh – vor allem deinem Ego. Sie verlangt von dir, dass du dich unwichtig machst.
Hier kommt der Flipped Classroom ins Spiel. Er ist das Gegengift zur Selbstdarstellung:
- Lagere deine Show aus: Du willst dein Wissen präsentieren? Prima. Nimm es auf Video auf. Mach es perfekt. Aber schick es den Leuten vorher. Damit befriedigst du dein Mitteilungsbedürfnis, stiehlst aber niemandem die kostbare Live-Zeit.
- Sei im Raum nur noch Coach: Wenn du das Wissen ausgelagert hast, gibt es keinen Grund mehr für Monologe. Die Bühne ist leer. Jetzt geht es nicht mehr um dich. Es geht nur noch um den Transfer. Du bist nicht mehr der Star, der Applause kassiert. Du bist der „Guide on the Side“, der daneben steht, wenn der Klient stolpert, und ihm aufhilft.
Die harte Wahrheit über Hybrid
Wer Hybrid-Veranstaltungen macht, bei denen er 90 % der Zeit sendet, betreibt kein Coaching. Er betreibt Broadcasting. Das ist legitim, aber nenn es nicht „Transformation“.
Flipped Classroom zwingt dich zur Demut. Du musst aushalten, dass die Teilnehmer die Inhalte schon kennen. Du musst aushalten, dass sie kritische Fragen stellen, statt nur zu staunen. Du musst aushalten, dass du arbeitest, statt zu performen.
Aber genau das ist der Unterschied zwischen einem Guru, der Fans will, und einem Coach, der Ergebnisse liefert.
Willst du Applaus? Geh ins Theater. – Willst du Wirkung? Flippe deinen Classroom.
Wie das geht, trainieren wir in unserer Transferwerkstatt!
Danach bist du wirklich ein hybrider Coach – eben in einem ganz anderen Sinne...
Drei Wege, deinen Flipped Classroom zu bauen:
„old-school“: Buch
- Lesen, ein wenig verstanden. ✅
- Durchblättern, etwas suchend. 🤔
- Aber keine Antworten erhalten.❓
- Leider keine Community vorhanden. 🤨
- Auch keine Live-Meetings vorhanden. 🧐
- Weggelegt, vergessen, verstaubt. ☹️
„old-school“: Kurs
- Zuhören, schon mehr verstehen. ✅
- Durchblättern, noch mehr verstehen. ✅
- Erste Antworten gefunden. ✅
- Leider keine Community vorhanden. 🤨
- Auch keine Live-Meetings vorhanden. 🧐
- Weggeklickt, Zugang vergessen. 😑
Transferwerkstatt
- Zugehört, echt viel verstanden. ✅
- Die Aufgaben eingereicht. ✅
- In der Community angedockt. ✅
- An Live-Meetings teilgenommen. ✅
- Den eigenen Kurs strukturiert. ✅
- Die ersten Elemente fertig. 😸
